
Schatzmeisterin Barbara Berger, Paul-Stephan Schütte und Sandra Gutzeit, 1. Vorsitzende des TV Blau-Weiß Bottrop
Nach über 20 Jahren Mitgliedschaft im Verein des TV Blau-Weiß Bottrop e.V., nach elf Jahren aktiver, verantwortungsvoller Arbeit als Vereinsvorsitzender des Vereines und weiterhin als großer Unterstützer und Freund des Tennisclubs ist der Bottroper Paul-Stephan Schütte am vergangenen Sonntag, 23. Februar 2025, von der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied des Vereines gewählt worden.
In einem spannenden Interview haben wir mit Paul-Stephan über den Verein, die Probleme des Ehrenamtes und über die Zukunft des Tennissports gesprochen.
Alina: Lieber Paul, noch einmal Glückwunsch. Ehrenmitglied zu werden hast Du dir verdient und die Auszeichnung ist Belohnung für Deine Arbeit im Vorstand und deine große Unterstützung auch nach der aktiven Zeit im Vorstand, im ganzen Verein und in der Tennisszene Bottrops. Wie groß war die Überraschung am Sonntag?
Paul: Ja, ich war überwältigt und habe mich natürlich sehr gefreut. In all den Jahren unseres Tennisvereins gibt es neben Wolfram Münzner und Eberhard Bock nun ein drittes Ehrenmitglied. Wir alle waren eben auch Präsidenten im TVBW zu unterschiedlichen Zeiten, ich selbst ja sogar mit kurzer Unterbrechung zweimal, die Tradition im TVBW war und ist wichtig.
Alina: Du bist 2001 in den Verein eingetreten, damals selbst noch aktiver Tennisspieler. Warum hast Du aufgehört, den Sport zu betreiben?
Paul: Die Knochen…. Alles hat seine Zeit. Für ein Spaß-Doppel reicht es noch, für ambitionierten Sport bin ich nunmehr seit 8 Jahren zum Golf gewechselt.
Alina: Viele Menschen würden nach Beendigung der sportlichen Aktivität den Verein verlassen, warum bist Du seit heute trotzdem Mitglied?
Paul: Gerade unser TVBW ist ja mehr als nur ein Tennisverein. Breitensport, soziale Kontakte und regelmäßige Treffen und Veranstaltungen sind die Ader und das Herz unseres Clubs. Hier weiterhin dabei zu sein, war mir immer wichtig. Außerdem habe wir als Familie im TVBW viele Freunde gefunden und der Club war immer ein Teil unseres (Freizeit-)Lebens.
Alina: Du warst elf Jahre Vereinsvorsitzender, was war für Dich persönlich die größte Herausforderung in dieser Tätigkeit?
Paul: Das ist sehr schwer zu beantworten. Verkürzt ausgedrückt war es immer eine besondere Aufgabe die Mitglieder im Verein zu aktivieren und den Fokus auf die Familien und Breitensport zu legen und auch neue Mitglieder zu integrieren. Das ist uns seinerzeit ganz gut gelungen, ist heute aber sicher ungleich schwerer.
Alina: Erzähle uns doch gerne von Deinem schönsten Moment bei Blau-Weiß? Was macht den
Tennisclub im Bottroper Stadtgarten besonders aus?
Paul: Die Wiedergeburt des Schmetterballs und die Veranstaltungen „Open AIR – KLASSIK Im Park“ mit dem Hauptorganisator Jürgen Münnich waren sicher Highlights für mich. Ein besonders schöner Tag war es auch, als alle Kinder- und Jugendlichen Dank auch der Unterstützung von Sponsoren mit dem damaligen Jugendtrainer Oliver Buschmann gemeinsam in einheitlicher blau-weißer Kleidung auf der Anlage erschienen. Auch das Weihnachtssingen in den vielen Jahren im Clubhaus war etwas ganz Besonderes. Ebenso, dass es uns allen vor Jahren gelungen ist, Hans-Peter Aust davon zu überzeugen, gemeinsam mit seiner Frau Petra das Clubhaus zu übernehmen und zum Dreh- und Angelpunkt in unserem Verein auszubauen, war für den Verein sehr wichtig und somit auch ein „Erfolgsmoment“
Alina: Es wird immer schwieriger, Menschen / Mitglieder für die Mithilfe im Vorstand zu begeistern, überall „leidet“ das Ehrenamt an Personalmangel, woran glaubst Du liegt dies?
Paul: Das Freizeit-Angebot ist dermaßen gewachsen, die schulischen und beruflichen Rahmenbedingungen haben sich sehr verändert, das macht es sicher schwieriger. Ich bin aber davon überzeugt, daß durch GEMEINSAMKEIT und ENGAGMENT auch wieder andere Personen zu begeistern sein werden. Ehrenamt ist ja nicht nur eine Aufgabe, es gibt auch häufig viel zurück!
Alina: Tennis ist ein weit verbreiteter Sport, dennoch kämpfen alle Vereine damit, den Nachwuchs für den Schläger und die gelbe Kugel zu begeistern, woran liegt dies?
Paul: Wenn ich das wüsste… es fehlt wahrscheinlich auch an Vorbildern im Sport, auch die Schulen könnten sicher durch gemeinsame Tennis-Projekte mit den Vereinen helfen… Es fehlt vielen Familien vielleicht auch die Erkenntnis, dass dieses ein wunderbarer Sport ist, den alle Generationen gemeinsam betreiben können
Alina: Neben dem TV Blau-Weiß Bottrop, unterstützt Du, mittlerweile auch wieder in offiziellen Funktionen, die Vereine amBOTioniert, das kleine Motorad-Museum und Wunschzauber. Woher nimmst Du die Motivation, Dich immer wieder aktiv für die Gesellschaft einzusetzen?
Paul: Mir bereitet dieses Engagement viel Spaß, ich engagiere mich gerne und versuche auch andere mitzureißen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle in unserer Gesellschaft und insbesondere in diesen Tagen nicht nur reden, sondern anpacken sollten. Das Gefühl in der Gemeinschaft Ziele zu erreichen oder Dinge zu verändern ist erhellend und sehr motivierend für mich und viele meiner Mitstreiter.
Alina: Und zu guter Letzt – deine Lieblingsfarben sind eigentlich schwarz/gelb, als eingefleischter Borusse muss es doch schmerzhaft sein, in den Farben blau und weiß aufzutreten?
Paul: erwischt… eigentlich war ich als kleiner Junge auch Schalke Fan, bin dann aber vernünftig geworden. Insofern ist das kein Problem.
Alina: Lieber Paul, ich danke Dir, für Deine ehrlichen Worte. Ich freue mich, dass wir auch in Zukunft auf Dich zählen können und somit einen echten blau-weißen an unserer Seite wissen.
Paul: Ganz sicher sogar, liebe Alina!
(c) Text: Alina Degen/TV Blau-Weiß Bottrop e.V., Foto: TV Blau-Weiß Bottrop e.V.