
Gerade haben 8 Frauen den Vorbereitungskurs für die Sterbebegleitung in der Ambulanten Hospizgruppe Bottrop e.V. abgeschlossen und stehen ab sofort für Begleitungen zu Hause, in Senioreneinrichtungen, im Hospiz und in Einrichtungen der Behindertenhilfe zur Verfügung. In den letzten 10 Monaten sind die Teilnehmerinnen zu einer Gruppe zusammengewachsen, so dass neben der Vorfreude auf die Tätigkeit auch Trauer über das Ende des Kurses und damit auch der regelmäßigen Treffen ausgesprochen wurde und einige Tränen flossen. Doch bieten regelmäßige Termine wie Fortbildungen, Supervisionen und Feiern die Möglichkeit, nicht nur die Teilnehmerinnen aus dem eigenen Kurs wiederzusehen, sondern auch alle anderen Ehrenamtlichen der Ambulanten Hospizgruppe kennenzulernen.
Sind auch Sie auf der Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit, haben keine Berührungsängste gegenüber fremden Menschen oder den Wunsch, diese zu überwinden und möchten dafür einen Teil ihrer Zeit schenken? Sie sind bereit, sich mit ihrer eigenen Biografie, aber auch ihrer Endlichkeit auseinander zu setzen? Sie haben keine Angst vor den Themen Sterben, Tod und Trauer oder sind bereit, sich mit diesen Themen zu beschäftigen?
Zurzeit zählt die Ambulante Hospizgruppe 66 aktive Mitglieder, die in der Sterbe- und Trauerbegleitung, aber auch in der Öffentlichkeitsarbeit tätig sind. Aufgrund gleichbleibend großer Nachfrage ist noch in diesem Jahr ein neuer Kurs für engagierte Ehrenamtliche geplant.
In einem 10-monatigen Befähigungskurs werden Sie von den Koordinatorinnen Anja Lenzyk und Christiane Raffel auf die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen vorbereitet. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person, die Motivation, Biografie und Selbstsorge bilden einen wesentlichen Bestandteil des Kurses, aber auch die Themen Kommunikation, Sterbeprozesse, Trauerphasen und Spiritualität sowie hospizliche und palliative Strukturen in Bottrop werden gemeinsam mit ihnen erarbeitet.
Gesucht werden Menschen mit ganz unterschiedlichen Begabungen und Talenten. So verschieden wie die Menschen, so unterschiedlich sind auch die Begleitungen. Häufig beginnen Ehrenamtliche in der Erwartung, die Auseinandersetzung über die Krankheit, Leiden, Abschied und Trauer stehe im Vordergrund, und sind überrascht, wenn sich die Gespräche um Alltagsdinge drehen. Andere Begleitungen beginnen mit gemeinsamen Spaziergängen und Cafébesuchen – das Leben steht im Vordergrund, und erst mit dem Fortschreiten der Krankheit wird diese möglicherweise zum Thema. Sterbegleiter*innen müssen aber auch Stille aushalten können, sich langsam heran tasten an die Bedürfnisse des Menschen, den sie begleiten und der ihnen häufig nicht mehr verbal mitteilen kann, was ihm guttut. Sie lesen vor, hören Musik, singen oder halten die Hand. Gleichzeitig sind sie Gesprächspartner für die Familie und die Freunde schwerstkranker und sterbender Menschen.
Zur Unterstützung und Begleitung ihrer Tätigkeit als Sterbegleiter*innen finden regelmäßig Supervisionen und Fortbildungen statt. In persönlichen Gesprächen erhalten Sie Unterstützung für Ihre Tätigkeit, gemeinsame Feiern und Ausflüge bieten darüber hinaus die Möglichkeit zum kollegialen Austausch.
Alle Interessierten sollten eine gewisse Kontinuität gewährleisten können, da es sich bei der Sterbebegleitung zwar um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, die Arbeit der Hospizgruppe aber nicht ohne ein gewisses Maß an Verlässlichkeit möglich ist.
Bei Interesse vereinbaren Sie bitte einen Termin.
Tel.: 02041 763812
E-Mail: kontakt@hospizgruppe-bottrop.de
(c) Text & Foto: Ambulante Hospizgruppe e.V.