
Passend zum 35-Jährigen Jubiläum gibt es zur morgigen Vorstellung des Seniorenkinos im Filmforum endlich wieder Kaffee, Kuchen und einen schönen Ort zum Plaudern. “Wir freuen uns sehr, dass mit der Neueröffnung der Bar ‘Kurz vorm Kino’ auch der gesellige Teil des Angebots auflebt. Hier kann man es schön haben. Hier kann man sich wohlfühlen. Hier kann man Kino erleben”, macht Kulturamtsleiterin Martina Schilling-Graef deutlich.
Auch die ehrenamtlichen Organisatoren Petra Hoffmann und Klaus Frintrop sind erleichtert, dass nach einer langen Flaute nun wieder vor der Vorstellung etwas geklönt werden kann. “Für uns ist die persönliche Nähe zu den Besucherinnen und Besuchern eine Herzensangelegenheit. Sowohl wir als auch unser Stammklientel haben es sehr vermisst, bei einem Stück Kuchen ins Gespräch zu kommen”, erklärt Petra Hoffmann. Die Bar “Kurz vorm Kino” ist neben den Zeiten des Seniorenkinos immer donnerstags bis samstags von 16 bis 23 Uhr geöffnet.
Eine bewegende Zeit
Bereits seit 35 Jahren besteht das Angebot des Seniorenkinos in Bottrop. Den Anfang hat am 26. Januar 1988 der Film “Ich sing mich in dein Herz” in der Schauburg gemacht. Die Ära des Kultkinos ist längst vorbei und doch findet sich die Schauburg auch im Filmforum wieder. Maurice Liesner, zuständig für die allgemeine Programmplanung, kennt die Details: “Bei der damaligen Auflösung der Schauburg haben wir uns einige Sitzgarnituren sichern können und sie für unseren Kinosaal genutzt.” Schon damals war das Seniorenkino sehr beliebt. Die alten Schwarz-Weiß-Klassiker aus den 30er und 40er Jahren liefen rauf und runter. Und sie liefen gut. Doch Anfang 2012 stand alles auf der Kippe. Die bisherige Leiterin Irmgard Petschulat hat aus Altersgründen aufgehört und ein Nachfolger war nicht in Sicht, sodass das Seniorenkino auf Eis lag. Im Oktober des selben Jahres die Erleichterung: Mit “Frühstück bei Tiffanys” gab es die Wiedereröffnung. Mit an Bord war Klaus Frintrop und das Ziel war gesetzt. Die Tradition von Kaffee und Kuchen bleibt, aber das Programm soll bunter und moderner werden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Zu Anfangszeiten waren gut zwei Dutzend Seniorinnen und Senioren regelmäßig bei den Vorstelllungen. Heute sind es in den Hochphasen an die 80 Personen, Warteliste inklusive. “Viele unserer BesucherInnen lassen sich bei der Buchung der aktuellen Vorstellung direkt für die darauf folgende mit aufschreiben. Nur wenige sagen kurzfristig aufgrund von Krankheitsfällen oder anderer Termine ab”, so Petra Hoffmann. Nach den Einbußen aufgrund der Pandemie und der Schließung von Bels Bistro im Sommer 2022, ist die Euphorie bei allen Beteiligten und den Stammgästen deutlich spürbar. “Wir sind froh, dass uns auch die Familie Reckmann weiterhin finanziell unterstützt und so dafür sorgt, dass wir das Angebot im gewohnten Umfang weiter anbieten können”, hält VHS-Leiter Holger Gruner fest.
Neues Programm mit viel Abwechslung
Auch in diesem Jahr haben die beiden Organisatoren die Köpfe zusammengesteckt und versucht möglichst viele Geschmäcker zu treffen. Für Fans der Sportgeschichte wird am 2. Mai “Race – Zeit für Legenden” zum Besten gegeben. Im Film “Contra” gerät Christoph Maria-Herbst als Hauptdarsteller mit seiner unverblümten Art in Schwierigkeiten und sorgt in der Komödie für Unterhaltung. Der Thriller “Bridge auf Spies” basiert auf wahre Gegebenheiten und erzählt die Geschichte eines Unterhändlers zur Zeit des Kalten Kriegs. Das Seniorenkino kostet pro Vorstellung sieben Euro und beginnt jeweils um 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Eine Stunde später beginnt das Filmprogramm. Platz-Reservierungen können telefonisch über 02045/5460 vorgenommen werden. Das gesamte Programm des Jahres gibt es auf der Website der Stadt Bottrop.
